Copyright © 2013 by Diomedes Verlag/Jericho Bells Press. Alle Rechte vorbehalten.
Aktualisiert: 07-02-2013
47228 Duisburg • E-Mail: diomedes@hoellenjaeger.de
Wie die Mathematik den menschlichen Körper formt
Wer sich mit Mathematik beschäftigt, mag dafür mehrere Gründe haben. Ausgenommen einmal jene Personen, die von Berufs wegen mit Zahlen arbeiten, gibt es auch für Otto Normalverbraucher alltägliche Situationen, die sein mathematisches Verständnis fordern, sei es bei der Stromabrechnung, dem Monatsgehalt oder dem Steuerausgleich. Zu tun haben möchte kaum einer etwas mit Algebra & Co. Man denkt ungerne zurück an die Schulzeit, die von uns allen außer plus, minus und geteilt plötzlich Endlostextaufgaben oder trigonometrische Gleichungen forderte und abstrakte Berechnungen, unter denen man sich partout nichts vorzustellen wusste. Jede Menge X, Y und Z. Griechische Buchstaben, runde Klammern, eckige Klammern, unzählige Bruchstriche und Wurzelzeichen. Ja, der Horror hatte damals einen Namen. Und so mag es unter uns durchaus Menschen geben, deren einzige Auseinandersetzung mit der Mathematik darin besteht, ihr auszuweichen. Sie ist zu trocken, zu schwierig und daher reizlos. – Wirklich …?

Tatsächlich gibt es einige Rätsel, die bisher noch nicht gelöst wurden. Und die können recht spannend sein und vor allen Dingen begreifbar. Nehmen wir einmal die Zahlenfolge 1, 2, 4, 8. Die Frage nach der nächsten Zahl in dieser Reihe ist schnell beantwortet. Es ist die 16. Eine andere Folge: 1, 3, 5, 7, 11, 13. Es handelt sich um Primzahlen. Demnach wäre die nächste Zahl die 17. Der Unterschied beider Ziffernreihen besteht darin, dass die erste sich unendlich fortführen lässt. Wir brauchen nur immer die letzte Zahl zu verdoppeln. Bei den Primzahlen kommen wir schon bald an ein vorläufiges Ende, da sich die Nachfolger der letzten Zahl nicht einfach durch Verdoppeln, Multiplizieren oder Dividieren errechnen lassen. Bisher gibt es keine Formel, mit der sich die nächste Zahl sicher berechnen ließe. – Nun eine Zahlenfolge, die erst mit der 6 beginnt. Die 6 ist deshalb so interessant, weil es die erste natürliche Zahl ist, deren Divisoren in der Summe wieder sie selbst ergeben (wobei die betreffende Zahl als Divisor ausgeschlossen ist). Mit anderen Worten: Die 6 lässt sich teilen durch 1, 2 und 3. Zählen wir diese Ziffern zusammen, erhalten wir wieder die 6. Die nächste Zahl in dieser Reihe ist die 28. Und die sechste Zahl, auf die die genannten Eigenschaften zutreffen, liegt bei über 35.000.000!

Auf die nähere Bedeutung der erwähnten Zahlenreihen werden wir nicht eingehen, da sie für unsere Romanserie erst mal keine Bedeutung haben. Sie sollen nur beispielhaft für das Mysterium der Zahl an sich stehen, das sich dem rein logischen Denken entzieht. Wir widmen unsere Aufmerksamkeit vielmehr einer Sequenz, die sich folgendermaßen darstellt: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13. Wer weiß, dass es sich um die Fibonacci-Sequenz handelt, kann die Reihenfolge beliebig ergänzen: 21, 34, 55 … Hier ergibt die Addition der beiden letzten Zahlen immer die nächste. Wer einwirft, dass die Sequenz bereits fehlerhaft beginne, indem die Verdopplung der 1 doch nicht wieder 1 ergebe, der gedulde sich einen Moment. Wir wissen Folgendes: Es gibt Blumen, die haben 3 Blätter, andere haben 5, Ringelblumen in der Regel 13 und so weiter. Es gibt Gänseblümchen mit 55 oder sogar 89 Blättern. Ihr Ursprung ist immer derselbe: Es beginnt mit 1 einzigen Blatt. Dann folgt 1 weiteres. Aus ihnen 2, dann 3, 5, 8, 13, 21 … Immer nach diesem Schema. Überall in der Natur. Wachstum und Population richten sich streng nach dieser Sequenz. Sie ist daher auch nicht entwickelt bzw. berechnet worden; sie wurde schlichtweg von der Natur abgeschaut. Teilen wir nun immer eine Zahl durch die vorhergehende (z.B. 21:13, 13:8), so erhalten wir einen Wert, der uns noch viel beschäftigen wird und der sich überall wiederfindet: Es ist Phi. Dieser Quotient hat den aufgerundeten Wert 1,618 (er hat wie diese andere geheimnisvolle Zahl – Pi – kein Ende und muss daher aufgerundet werden). Wieder könnte das Ergebnis einer kritischen Prüfung derart ausfallen: Wenn ich 21 durch 13 teile, erhalte ich 1,615. Teile ich 13 durch 8 komme ich auf 1,625. Beide Werte liegen zwar nahe am Phi-Quotienten, sind aber trotz allem zu ungenau für eine exakte Ableitung. – Stimmt! Doch auch das hat einen guten Grund. Dazu gleich mehr.

Nun ein Sprung von Leonardo Fibonacci zu Leonardo da Vinci. Eines der bekanntesten Werke da Vincis dürfte wohl der vitruvische Mensch sein (benannt nach dem römischen Architekten Marcus Vitruvius Pollio), der sich äußerst anschaulich den menschlichen Körperproportionen widmet. Dort finden wir eine Unzahl an Phi-Quotienten. Die Länge der Fingerglieder untereinander etwa richtet sich nach Phi. Multipliziere ich die Höhe meines Bauchnabels (gemessen vom Boden) mit Phi, so erhalte ich grob meine Körpergröße (die Lage des Bauchnabels verändert sich während des Wachstums; beim Neugeborenen liegt er genau in der Körpermitte). Wir holen uns in Erinnerung, dass der von da Vinci gezeichnete Mensch innerhalb eines Quadrats sowie auch eines Kreises dargestellt wurde. Die in unserer Abbildung eingezeichnete Spirale, die sich aus einem Rechteck im goldenen Schnitt (Verhältnis 3:2) herausdreht, basiert auf einer Fibonacci Sequenz. Eine Spirale im goldenen Schnitt hat allerdings einen bedeutenden Makel: Sie ist unendlich! Sie hat weder einen Anfangs- noch einen Endpunkt. Die Natur zeigt uns jedoch (und wie wir sehen, funktioniert ja alles bestens: wir existieren, weil wir endlich sind. Anders ist es nicht möglich), dass sie einen Ausweg gefunden hat. Um der Schöpfung einen Anfang zu geben, hat sie selber einen gesetzt – und zwar bei 1. Daher beginnt die Fibonacci-Sequenz mit 1 und nicht mit einem rechnerisch möglichen irrationalen Wert. Weil die Sequenz nun aber in diese Richtung korrigiert wurde, ergibt sich auch nur näherungsweise der Phi-Quotient, der einer perfekten Spirale zugrunde liegen würde. Die Konsequenzen hieraus sind bei genauem Hinsehen auf den vitruvischen Menschen leicht erkennbar. Quadrat und Kreis sind nicht komplett deckungsgleich. Die auf den angepassten Phi-Quotienten zurückgehenden Proportionen passen nicht in das universelle Schema. Die Auswirkungen dieser Disharmonie liegen weit tiefer, als nur im physischen Bereich und werden uns an anderer Stelle beschäftigen.

Wenn wir mit diesem Grundwissen in Höllenjäger Band 6 nachschlagen und die Diskussion der beiden Priester Dakk-Ar Linh-Schi‘in-Djuq und Jokk-Ar Le-Ing-Sha‘am verfolgen, dann fällt uns auf, dass sie genau diese Divergenz diskutieren. Die Aufschlüsselung der Gen-Sequenz des transgenetischen Codes von Richard Jordan wurde über Fibonacci-Spiralen vorgenommen, sogar über ein ganzes Bündel davon. Während der eine Priester den Fehler in der Spirale als nachträgliche Ergänzung deutet, weist der andere auf eine erforderliche Korrekturmaßnahme von Mutter Natur hin. Mittlerweile ist uns klar, dass die Sequenz tatsächlich bewusst verändert wurde, um den J‘ott‘att-oyyocch-anuq aktivieren zu können, der den T‘ott‘ahm-anuq (Richard Jordan) vernichten sollte. Die Nachvollziehbarkeit eines derart komplexen Eingriffs bleibt uns allerdings weiterhin versagt. Die Einflussnahme der negativen Mächte reicht immens weit in den göttlichen Schöpfungsakt hinein.
Der vitruvische Mensch: Eingezeichnet sind fünf unterschiedlich schattierte Rechtecke im goldenen Schnitt sowie die daraus resultierenden Fibonacci-Spiralen (eckig und rund). Die Diagonalen stehen für das männliche Prinzip (logisch), die sich einrollende Linie für das weibliche (intuitiv).
Verwandte Themen:
Rätselhafte Zahlen